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der Traum neuseeländischer Teenies

So, lange Zeit hab ich nicht mehr von mir hören lassen, aber es gab auch wirklich nichts Interessantes zu berichten. Dafür ist mir heute etwas sehr Peinliches (manche finden es allerdings sehr lustig!!!) passiert.

Ich bin heute Morgen in die Stadt in einen Bücherladen gegangen, um mir einen Straßenatlas zu kaufen.

Jetzt habe ich hier schon meinen Lieblingsbücherladen und bin da auch sehr zielstrebig hin und rein. Drin war aber eine Menschenmasse, die sich mit Fotoapparat bewaffnet um einen Tisch versammelt hatte. Neugierig wie ich bin, hab ich mich nach vorne gedrängelt(man kann ja nie wissen, was da passiert!!) und da saß dann eigentlich relativ langweilig ein junger Mann und unterschrieb Bücher. Ich mein, er sah nicht schlecht aus, aber warum die Leute so ausflippten, verstand ich noch nicht ganz. Also die erstbeste Verkäuferin gefragt, wer das denn bitte sei. Die Frau schaut mich erst Mal etwas verwirrt an und erklärt dann, das sei Dan Carter. Bitte wer? Ich frage also nach, wer denn bitte Dan Carter sei und inzwischen ist auch die restliche Masse um mich herum verstummt und sieht mich erstaunt an, während mir das jetzt alles furchtbar peinlich ist. „Dan Carter, Rugbyplayer and All Blacks – Star.“ Ah, okay. Die „All Blacks“ sagen mir doch nach fünf Wochen hier was und ich entschuldige mich noch schnell bei allen Anwesenden („I am not from here." ) und alle lachen und ich verzieh mich ganz schnell wieder.

Aber das ist ja noch nicht die ganze Geschichte, nein, wenn mir so was passiert, muss es natürlich richtig peinlich sein!                                              Als ich schließlich meinen Straßenatlas hatte, bin ich noch durch den Laden geschlendert. Inzwischen war die Autogrammstunde beendet und die Leute verließen wieder den Laden, während ich mich auf den Weg zur Kasse machte, nur um plötzlich von der freundlichen Verkäuferin, die ich zuvor belästigt hatte, aufgehalten und zu ihr gewinkt zu werden. Ich also hin und da steht doch dann tatsächlich dieser Rugbyspieler und die Verkäuferin erklärt ihm, dass ich das Mädchen sei, das ihn nicht kennt und er stellt sich mir dann ganz nett vor und fragt, wie ich heiße und woher ich komme. Ich führte tatsächlich etwas Smalltalk mit Dan Carter, während andere Mädchen an uns vorbeischleichen und mich oder wahrscheinlich ihn beobachten. Wir haben uns auf jeden Fall sicher drei Minuten unterhalten und ich bin jetzt mit einem nationalen neuseeländischen Star bekannt; wahrscheinlich der Traum von tausenden neuseeländischen Teenies.

 Inzwischen hab ich dann auch schon rausgefunden, dass wohl Dan Carter der Lukas Podolski der neuseeländischen Rugbymannschaft ist. Und dass er mit 24 Jahren schon eine Autobiographie gemacht hat.

Okay, damit kann ich auch die Reaktionen der Menschen auf meine Frage verstehen. Man stelle sich vor, in Deutschland würde jemand Lukas Podolski nicht erkennen!!! (Okay, es soll auch solche Menschen geben )

Hab von dem netten Menschen dann noch beim Bücher signieren zwei Fotos gemacht… ich lade sie später mal hoch.

16.12.06 02:43


Stille Nacht...

Okay, heute war „Santa’s Parade“ in Auckland, eine riesige Weihnachtsparade die eineinhalb Stunden durch die ganze Hauptstraße zieht. Nachdem man uns das auf unserer Schule so empfohlen hat, sind Sayaka und ich da hin. Es war rammelvoll. Die ganze Straße standen und saßen Menschen, überall war Musik zu hören und man konnte kaum laufen.

Naja, dann ging die Parade los und ich weiß ja nicht, was ihr euch unter einer Weihnachtsparade vorstellt, aber ich stell mir das alles schön weiß, gold, silber und rot vor, mit vielen Engelchen, Weihnachtsmännern usw. Was man halt bei uns unter „Weihnachten“ versteht. Das alles ganz ruhig, begleitet von ein paar Blockflöten oder so.

Aber nein, hier ist alles anders. Hier ist Weihnachten einfach schrill und bunt!!!! Und da darf auf der Weihnachtsparade alles mitlaufen, was mitlaufen will. Also auch Spiderman, Bob der Baumeister und Spongebob!! Dazwischen noch diverse Cheerleadergruppen, ein paar Clowns und auch immer wieder beliebt: schottische Blaskapellen!!! Und: Umso greller umso besser.

Das alles wurde lautstark von Musik begleitet, die nicht immer weihnachtlich war, wenn sie es aber mal war, kam nur „Jingle Bells“. Andere Weihnachtslieder sind hier anscheinend nicht bekannt. Achja, das ganze fand bei ca. 22°C statt…

Ich war ehrlich gesagt schockiert, aber den Leuten um mich herum schien es zu gefallen. Das war das erste Mal, dass ich Weihnachten daheim vermisste! Mit unseren gemütlichen, kalten Weihnachtsmärkten, roten Weihnachtskugeln, goldenen Kitschengel und den Kinderchören! Weil das hier, das geht ja mal wirklich gar nicht.

Zum Schluss kamen dann wenigstens noch ein paar Weihnachtsengel und schließlich auch der Weihnachtsmann, aber selbst dieser versöhnliche Abschluss konnte mich nicht mehr friedlich stimmen. Das war echt grausam; das war kein Weihnachten!!!

Naja, Bilder habe ich hochgeladen: http://fotocenter.aol.de/galleries/fruchtzwerg1504/

Sind noch längst nicht alle, nur mal eine kleine Auswahl.

Wünsch euch einen schönen Sonntag!!!

26.11.06 06:32


stürmische Zeiten in Beutelsend

Gestern ging es nun tatsächlich für mich nach Hobbingen! Das einzige Problem an der Sache war das frühe Aufstehen, doch das nahm ich am Samstagmorgen wirklich gerne hin, um pünktlich um acht vor der Schule zu stehen und auf den Bus zu warten. Natürlich kam der erst 20min nach acht, wir sind hier ja in Neuseeland. Und natürlich waren nur noch drei Plätze frei, wir waren aber fünf Leute. Doof, wirkliche. Aber kein Problem. Nach ein paar Telefongesprächen (erst etwas Smalltalk, bevor wir zum eigentlichen Problem kommen, keine Frage!) wurde beschlossen, dass doch die Leute, die noch länger hier sind, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt fahren könnten? Nunja, niemand wollte das so richtig und so wurden dann einfach auf den Beifahrersitz zwei Menschen gequetscht und hinten auf dem Boden durfte auch jemand sitzen und so machten wir uns schließlich auf den Weg nach Matamata, wo heute noch ein paar der Hobbithöhlen zu sehen waren.

Die Fahrt war etwas eng, aber trotzdem sehr lustig und nach zwei Stunden kamen wir endlich in Matamata an. Es regnete. Es stürmte. Es war das perfekte Wetter, um zwei Stunden lang durch die Gegend zu wandern!

In Matamata wurden wir schließlich von einem weiteren Bus abgeholt, der uns etwas außerhalb auf eine Farm bringen sollte, die bei „Der Herr der Ringe“ als Location für die Außenaufnahmen „Hobbingen“  verwendet wurden. Leider konnte man während der Fahrt nicht viel sehen, da die Scheiben des Busses beschlagen waren und selbst wenn man sich kleinere „Gugglöcher“ freiwischte, man eigentlich nur den Regentropfen nachschauen konnte, die die Scheibe runterliefen.

Naja, nach 20minütiger Fahrt waren wir endlich angekommen und durften aussteigen! Hurra! Es wurden uns große Schirme überreicht, die aber aufgrund des Sturms nicht viel nutzten, sondern sich leider eher verbogen, so dass nach ca. einer halben Stunde die meisten kaputt waren und die restlichen Schirmträger es aufgegeben hatten, sie zu benutzen. Wurden wir halt nass. Was solls? Wir waren schließlich in Hobbingen!!! So liefen wir fast 1 1/2h durch den Regen, betrachteten den großen See, den Festbaum und tatsächlich stand auch noch das Außengerüst von „Beutelsend“! Da durfte man sogar hinein und nachdem wirklich jeder ein Foto von sich in der Hobbittür gemacht hatte, konnte es schließlich wieder zurückgehen, in einen kleinen Unterschlupf in dem wir ca. noch mal 20min auf unseren Bus warteten. Wir waren naß. Es war kalt. Aber es hatte sich gelohnt!!

Schließlich wurden wir nach nervenaufreibender Busfahrt (schmale, matschige Wege sind keinesfalls ein Grund dafür, mal etwas langsamer zu fahren!) wieder bei unserem Führer (hieß übrigens Gerrard) abgesetzt. Also, wieder in den Bus gequetscht und weiter gings. Während wir die Hobbithöhlen besichtigt hatten, hatte Gerrard sogar seinen CD-Player plus CDs gefunden und wir durften uns eine CD raussuchen. Wenn man durchnässt ist, etwas müde und hungrig hat man seltsame Ideen und so hörten wir schließlich „ABBA – Gold Edition“.

Wir fuhren schließlich nach Cambridge um uns in einem kleinen Café aufzuwärmen und dann ging es weiter nach Hamilton, denn die Tour war noch nicht beendet.

 War heute nicht, ca. 8°C, Regengüsse und Sturmböen, der perfekte Tag um….GÄRTEN zu besichtigen?!?!?! Nun gut, nach anfänglicher Skepsis konnte uns Gerrard doch überzeugen („Die haben die besten Toiletten in ganz Neuseeland, da kommt sogar Musik!" ) und so hielten wir schließlich in Hamilton um uns dort die anscheinen bekannten „Hamilton Gardens“ anzusehen. Und ich muss sagen, obwohl ich gerade wirklich keine Lust darauf hatte, bin ich doch froh, dort gewesen zu sein. Die Gärten sind der Hammer! Man muss sich das so vorstellen, es ist wie ein Park und überall gibt es dann Abzweigungen in verschieden angelegte Gärten; „italienscher Garten im Stil der Renaissance“, „indischer Garten“ , japanisch, chinesisch, englisch…es war wirklich fantastisch, selbst bei schlechtem Wetter, und ich kann jedem, der jemals hier her kommt, diese Gärten nur empfehlen. Sie haben mich wirklich total begeistert!

Ja, nachdem wir dann auch alle diese tollen Toiletten benutzt hatten (wirklich mit beruhigender Musik, allerdings verliert diese ihren Effekt, wenn die Toilette nebenan voll elektrisch und sehr laut gereinigt wird!) machten wir uns auf den Heimweg (fröhlich begleitet von „Knowing me, knowing you“ bis „Waterloo" ) und kamen schließlich zwei Stunden (nach einem kurzen Zwischenstopp bei McDonalds àdie deutschen Apfeltaschen sind wirklich besser!) wieder in Auckland an, wo gerade die Sonne beschlossen hatte, rauszukommen. Nunja, das war mir dann auch egal, denn ich wollte nur noch heim, heiß duschen, was essen und SCHLAFEN! Das war dann auch tatsächlich mein weiterer Tagesablauf.

Ich weiß gar nicht, ob ich schon über meine Mitbewohnerin erzählt habe, wenn nicht tu ich es hiermit. Ich wohne ja in einem kleinen Appartement und hab seit letztem Wochenende auch eine Mitbewohnerin, Sayaka aus Japan. Leider haben wir leichte Verständigungsschwierigkeiten, da sie nur zwei Jahre in der Schule hatte und diese da wohl auch mehr Wert auf lesen und schreiben legen. Es läuft also meistens darauf hinaus, dass ich rede und rede und sie ist wirklich sehr höflich und hört auch zu, nur bezweifle ich inzwischen, dass sie wirklich viel davon versteht. Nunja, aber wir kommen immer besser klar, dass einzige Problem ist eigentlich, dass sie einen Drang hat, früh aufzustehen.

Wie gesagt, ich bin gestern also schon gegen 19 Uhr eingepennt, nur zwischendurch gegen neun geweckt worden, um dann bis drei Uhr nachts zu schlafen und dann, topfit, die Bundesliga live via Webradio anzuhören. Das war auch alles in Ordnung, denn heute ist ja Sonntag und ich hätte theoretisch danach einfach wieder ins Bett liegen können und bis eins oder so schlafen. Leider kam ich da in Konflikt mit meiner Mitbewohnerin, die (ich war um 6:30 Uhr wieder ins Bett) gegen sieben dachte, sie könnte jetzt den Tag beginnen!!!

Und die Räume hier sind hellhörig und Türe und Schränke extrem laut. Naja, hab dafür heute Mittag geschlafen, da war sie gerade beim Friseur, das kann man hier alles auch sonntags erledigen. Sehr geschickt!

Und nachdem wir vorhin zusammen diverse seltsame Sendungen im neuseeländischen TV angeschaut haben („Cast Away – the island battle“, „Ten years younger in ten days“, „Friends“, „Simpsons“, „Americans next top model" ) ist sie jetzt ins Bett. Wer so früh aufsteht…

So, das wars auch schon wieder vom Wochenende, ich wünsch euch einen schönen Sonntag!

Achja, mal wieder tolle neue Bilder hochgeladen: http://fotocenter.aol.de/galleries/fruchtzwerg1504/

19.11.06 09:37


Schulalltag

Hey!

So, gestern ging für mich also wieder Schule los. Wer hätte gedacht, dass ich so schnell wieder in einem Klassenzimmer sitze?

Aber das hier ist alles ganz anders. Der erste Unterschied ist eigentlich schon, dass das „Sekretariat“ nicht irgendwo im zweiten Stock hinter verschlossenen Türen liegt und man auch nur zu bestimmten Zeiten rein darf, sondern dass das Sekretariat wie eine Empfangstheke direkt hinter dem Eingang ist. Man wird also gleich jeden Morgen freundlich begrüßt. Es war auch kein Problem, dass ich natürlich meinen Reisepass nicht dabei hatte, hier ist gar nichts ein Problem, wenn es nur keinen Stress gibt. Auch nicht, dass ich irgendwie schon die Woche davor erwartet wurde, alles kein Thema. Ich sollte mich einfach setzen, sie würden sich um alles kümmern.

Es ging dann gestern, an meinem ersten Tag, mit zwei Tests los, einem „speaking test“, ein Gespräch mit einem der Lehrer und schließlich der Computertest, in dem verschiedene Dinge, wie Grammatik, Vokabular und Verständnis, abgefragt wurden.

Danach wurden wir vom Schulleiter begrüßt, der so ganz anders ist als alle mir bekannten Schulleiter. Er stellte sich als „Andrew“ vor und schrieb erstmal seine Telefonnummer an die Tafel, wenn irgendetwas sei, sollten wir ihn doch bitte anrufen. Er redete dann 10min über alles, was anscheinend wichtig war und es war richtig unterhaltsam ihm zuzuhören! Danach kamen noch andere Menschen der Schule zu Wort bevor wir uns schließlich gemeinsam zur Stadtbesichtigung aufmachten, diesmal geführt von einem echten Neuseeländer (der allerdings aussieht wie Jens Lehmann&hellip.

 Neuseeländer haben wirklich Humor. Sie nennen hier eine Stripbar „The white house“ (und es sieht auch aus wie ein Miniaturmodell des weißen Haus) und das dazugehörige Stundenmotel daneben „Monica“.

Naja, nach Insiderstadtführung und Mittagessen zurück in die Schule, wo mein persönlicher Jens Lehmann seine wenigen Deutschkentnisse natürlich an mir testen musste, was sich als sehr schwierig gestaltete, da er total stolz war, dass er etwas konnte, ich ihn aber trotz allem nicht verstand

So und heute dann erster richtiger Schultag!! Total der Hammer, die Lehrer sind teilweise total…goldig. Man kann es echt nicht anders sagen. Meine erste Lehrerin hat irgendwelche Wettbewerber veranstaltet und wenn es ein Stechen gab, spielte man „Schere, Stein, Papier“ oder  man entschied den Sieger im „Daumenkampf“. Total bescheuert! Aber irgendwie lustig… nach dem Unterricht hat sie sich dann bei jedem bedankt, war total goldig, wirklich.

Das Schöne an dieser Schule ist auch, dass sie international ist. Man trifft alles, heute saß ich mal neben ner Schwedin, dann neben einem aus Saudi-Arabien (der das komplette „Schnischnaschnappi“-Lied auswendig kann und meint, alle Deutschen würden das lieben!! Hat mir damit dann auch noch freundlicherweise nen Ohrwurm in den Kopf gepflanzt!!!) und schließlich verbrachte ich meine Mittagspause mit einem Finnen und einem Italiener verbrachte. Total genial!

Ja, und nachdem ich schließlich die Schule beendet hatte, bin ich noch einkaufen gegangen und durfte wieder Bekanntschaft mit der schockierenden neuseeländischen Freundlichkeit machen. Hab mir für einen Dollar ein Heft gekauft und nachdem ich bezahlt hatte, wusste der Kassierer meine komplette Lebensgeschichte, naja, zumindest fast: Woher ich komme, was ich hier tue, wo, warum und was ich danach mach. Der Hammer, echt. Und das mit einem einfachen „How was your day?“. Ich stell mir grad vor, wenn ich das bei uns im Laden machen würde…: „Und, wie war dein Tag bisher?“ Das ist total seltsam.

Naja, nach weiterem Einkauf im Supermarkt schließlich den Berg hinauf, zurück zu meinem Hostel. Und da sah ich doch schon von weitem drei Busse davor stehen!! Und tatsächlich….vor der Rezeption eine Menge asiatisch aussehender Menschen. Ich mich zum Aufzug durchgedrückt um dann fest zu stellen, dass ich in der nächsten Stunde wohl keinen Platz in einem dieser erwarten konnte. Also, entweder Treppen (mein Zimmer liegt im 15. Stock!) oder warten. Naja, ich hab mich dann in die Bar gesetzt, nen Kaffee getrunken und gewartet. Wobei ich mich gleich mit dem netten, irischen Kellner angefreundet habe. Hier lernt man echt leicht Leute kennen.

 Und als ich dann endlich hoch konnte, war es auch schon nach acht und ich war einfach froh, mir endlich was zu essen machen zu können.

Und jetzt sitze ich hier am Schreibtisch und warte, dass ich müde werde. Ja, doof, wenn man gerade nen Kaffee getrunken hat. Echt großartig!

Einen guten Morgen wünsch ich euch mal,

Grüße nach Deutschland,

laura

14.11.06 11:27


erste Eindrücke

So, jetzt bin ich seit vier Tagen hier in Auckland und ich denke, da darf man schon mal sein erstes Resümee ziehen. In diesen vier Tage habe ich schon viel erlebt, viele Leute getroffen und auch schon einiges von Neuseeland gelernt. Aber mal von vorne.

 Ich denke, das erste was man erkennt, wenn man hier ist, ist die Mentalität dieser Menschen. Neuseeländer haben es nicht eilig. Nie. Alles gemütlich. Bloß keinen Stress. Wir haben ja Zeit.
 Das durfte ich als erstes direkt beim Einchecken erleben. Jetzt stellt man sich mal vor, dass ich vor der Rezeption stehe, mit meinem schweren Rucksack auf und noch diverses Handgepäck in den Händen und warte, dass man mir meinen Schlüssel gibt und mir den Weg zum Zimmer zeigt. In Deutschland eine Sache von höchstens 10min. Nicht so hier.
 Nach 10min hatte er gerade mal meine Reservierung in seinem Computer gefunden, jetzt musste ich aber noch meinen Reisepass zeigen, der dann noch ca. 5mal aus welchem Grund auch immer in aller Seelenruhe kopiert wurde, bevor mein freundlicher Mann von der Rezeption aus einem nicht offensichtlichen Grund in seinem Büro verschwand um da die nächste Zeit zu verbringen. Gedanklich war ich nun die ganze Zeit hin- und hergerissen: Setz ich den Rucksack ab? Aber nein, das kann ja nicht mehr so lange dauern.  Es dauerte dann ja auch nur noch knapp eine halbe Stunde, bis er mir meinen Zimmerschlüssel gab und mir den Weg erklärte, um dann zu beschließen, dass er doch selbst mitkommen könnte, woraufhin ich dann noch mal warten konnte, bis er hinter der Empfangstheke hervorkam.
 Ich hatte immer noch meinen Rucksack auf. Immer noch mein Gepäck in der Hand. Und hatte in den letzten 48h nur höchsten 2h geschlafen und das sehr unbequem. Aber wir hatten ja Zeit.
 Also, endlich angekommen im 15. Stock, wo mein Zimmer liegt, als er auch schon die Tür aufgesperrt hatte und wir schließlich im Wohnbereich ankamen. Dazu sollte ich jetzt vielleicht kurz erklären, dass ich in einer Art Appartement lebe; heißt: Es gibt eine Küche, zwei Badezimmer und ein kleiner Wohnbereich von dem aus man in die verschiedenen, einzelnen Zimmer gelangt. Wir standen nun im Wohnbereich, als meinem Freund von der Rezeption auffiel, dass er für mein eigentliches Zimmer gar keinen Schlüssel mitgenommen hatte. Ich sollte mich doch einfach mal hier hin setzen, er schickt demnächst dann jemanden hoch. Demnächst? Irgendwie machte mir das Angst. Demnächst konnte hier viel heißen…aber er kam tatsächlich 10min später wieder und überreichte mir meinen Schlüssel.
  Das nächste Erlebnis mit der neuseeländischen Gemütlichkeit machte ich noch am gleichen Tag, als ich fragte, wie ich denn Internet in mein Zimmer bekommen könnte und er mir antwortet, dass ich das hier beantragen musste. Gut, wollte ich dann auch machen. „Now?“ Ja, jetzt. Warum denn nicht? Ich war ja schon mal hier unten und eigentlich aus dem Grund, dass ich jetzt gerne ins Internet gehen würde. Oh, das war aber jetzt ganz ungelegen, ich sollte später wieder kommen. Okay, ich kam 20min später wieder. Da bekam ich dann erst mal ein Formular, das ich „in aller Ruhe“ ausfüllen sollte. Hätte er mir ja nicht zuvor schon geben können… Also, hab ich das in aller Ruhe und sofort ausgefüllt und ihm gleich wieder überreicht. Und tatsächlich konnte ich ne viertel Stunde später ins Internet!
 Auch gestern hatte ich ein schönes Erlebnis mit diesem Empfangsherren, als ich mich aus Versehen aus meinem Zimmer ausgeschlossen hatte. Ich wollte nur kurz auf die Toilette und irgendwie hat sich dabei meine Zimmertür selbst verriegelt (hab inzwischen auch den Trick raus, wann sie das tut und wann nicht!). Ich trug wirklich nur meinen Schlafanzug und musste so runter an die Rezeption, wo ich mein Problem darlegte und fragte, ob mir jemand aufschließen könnte. Und was sagt der Mann zu mir: „Oh, I really have no time now.“ Ähm, hallo? Ich steh hier unten, im Schlafanzug, ohne Schuhe oder Socken und er meint wirklich, es gäbe etwas wichtigeres, als mich in mein Zimmer wieder zu lassen.
 Naja, er hat mir dann schließlich seinen Schlüssel überlassen. Sehr nett, danke.
Nunja, ich bin inzwischen wohl an der Rezeption wohl bekannt, aber gut. Wir müssen uns wohl irgendwie arrangieren, ich hab hier noch vor 4 Wochen zu wohnen!
 

 Das nächste was auffällt, wenn man schließlich durch Aucklands Straßen läuft, sind die vielen unterschiedlichen Menschen. Es gibt hier wirklich alles. Europäer, Asiaten, Amerikaner, Afrikaner…alles. Man merkt sofort, dass Neuseeland für viele ein neuer Abschnitt ist oder einfach eine Zuflucht; eine Art „Selbstfindungs“-Land. Das merkt man auch, wenn man sich mit den Leuten unterhält, fragt, warum sie hier her sind. Ich habe jetzt schon einige getroffen und es sind immer wieder interessante Schicksale.
 Schon am Frankfurter Flughafen habe ich eine kennen gelernt, die mir ihrem Job einfach nicht mehr zufrieden war, nicht wusste, ob es das wirklich war, was sie für immer machen wollte. Sie kündigte ihren Job, ihre Wohnung und ist schließlich hier her.
Dann lernte ich einen schwäbischen Deutschtürken kennen, der ebenso seinen Job gekündigt hat, seine Wohnung verkauft, sein Motorrad, sein Auto und jetzt hier her geflogen ist, um einfach darüber nach zu denken, was denn wichtig ist.
 Erst im Flugzeug traf ich auf jemanden, die erst seit drei Wochen wusste, dass sie nach Neuseeland fliegen würde. Nachdem sie keinen Job gefunden hatte, hatte sie beschlossen einfach ihre Freundin zu begleiten. Sie hatte noch nicht mal ein bestätigtes Visum, aber das ist in Neuseeland sowieso kein Problem.
 Und auch gestern traf ich jemanden, der keinen Job gefunden hatte, schließlich sein restliches Geld zusammengekratzt hatte, seine Freundin verlassen und hier her geflogen ist.
 Alles Menschen, die noch nicht wirklich wissen, was sie aus ihrem Leben machen sollen. Und Neuseeland bietet da plötzlich ganz neue Perspektiven. Hier verlangt niemand ein geplantes, strukturiertes Leben, hier hat man Zeit und Ruhe und vor allem mal Abstand von allem. Und man trifft Leute, denen es ähnlich geht. 
 

Auckland als Stadt ist wundervoll, wenn auch gewöhnungsbedürftig und anstrengend. Es gibt in Neuseeland keine Ladenschlusszeiten, auch wenn sonntags nur wenige offen haben und auch samstags die meisten Läden gegen fünf Uhr schließen. Trotzdem kann man auch noch nachts in den Supermarkt, wenn man will. Die Supermärkte in der Innenstadt haben alle 24 geöffnet, sieben Tage die Woche. Sie sind ziemlich klein, bieten aber alles was man braucht. Auffällig ist aber, dass keiner irgendeine Art von Alkohol verkauft. Dazu muss man zu dem großen Supermarkt ( „Foodtown" )laufen, der wenigstens Wein, Bier und Sekt hat. Der hat aber auch 24h geöffnet.
 Ansonsten bekommt man in Auckland alles. Diese Stadt ist ein wahres Einkaufsparadies, überall Passagen, Hochhäuser vollgestopft mit wunderbaren Läden. Auffällig ist, dass sich in jeder dieser Passagen oder dieser Einkaufshäuser im untersten Stock ein sogenannter „Foodcourt“ befindet, wo diverse Cafés und Restaurants untergebracht sind. Essen kann man hier sowieso alles immer und überall.
 

 Neuseeländer sind sehr offen und freundlich. Das ist mir zum Beispiel richt in der Bank aufgefallen (wo ich auch erstmal 20min warten konnte, bis ich erfahren habe, dass ich Reisepass und Perso brauch, um ein Konto zu eröffnen à das war meine allererste Frage!! Dafür habe ich aber nen Kaffee bekommen...). Die Bankangestellten hier tragen ebenfalls Namensschilder wie auch bei uns, allerdings stehen darauf ihre Vornamen. Mein Bankfachmann hieß zum Beispiel „Danny“.
 Was auch sehr ungewöhnlich ist, ist diese wahnsinnige Freundlichkeit, die mich manchmal doch verwirrt. Vorhin erst wollte ich mir nur im Supermarkt eine Flasche Cola kaufen. Beim Bezahlen wurde ich dann gefragt, wie es mir geht. Da war ich erst mal zu verwirrt, um eine ordentliche Antwort hin zu bekommen. Wer rechnet denn auch mit so etwas?!
 

 Auckland hat außer seiner riesigen Innenstadt mit Hochhäusern, Einkaufspassagen usw. auch einen Strand, den man erstmal finden muss. Ein paar andere Backpackers und ich wollten gestern gebührend den Karnevalsbeginn einläuten, passend nach deutscher Zeit um 11:11 Uhr und da wir ja in Neuseeland sind, wollte wir das am Strand tun. Wir sind ca. eine Stunde gelaufen. Und dann kamen wir an einen etwas felsigen Abhang und darunter war Wasser. Gut, wir Deutschen geben uns damit durch aus zufrieden, die drei Iren, die wir dabei hatten, fanden das aber nicht so prickelnd. Wir sind dann auch nur 2h geblieben, da es auch irgendwann ziemlich frisch wurde. So sind wir weiter in irgendeine Kneipe gezogen, um den Abend nett ausklingen zu lassen.

 Achja, auch wenn es mir niemand glaubt, im neuseeländischen Fernsehen kam letztens Bundesliga!!! War total platt und hab mir eine nette Reportage über den Scout von Wolfsburg angeschaut. Kommt jeden Donnerstag, wie ich herausgefunden habe. Sehr schön. So lange ich noch einen Fernseher habe, bin ich davon total begeistert.
 Hab neue Bilder hochgeladen:

http://fotocenter.aol.de/galleries/fruchtzwerg1504/
 

Euch dann mal einen schönen Sonntag,
liebe Grüße,
laura

12.11.06 05:35


Endlich da!

Soundtrack des Tages: „Higher than hope“ - NIGHTWISH

Ich bin angekommen. Tatsächlich. Kann es selbst kaum glauben, aber bin grade tatsächlich in AUCKLAND auf meinem Zimmer und tippe das für euch. Hab grade 11 Uhr morgens, hab hier also auch schon eine Nacht verbracht. Wow.

Der Weiterflug verlief auch ganz okay, hatte nur ein Problem: Ich saß im koreanischen Eck!! Also, neben mir ein Koreaner, vor mir viele Koreaner, auf der anderen Seite noch mehr Koreaner und hinter mir…nunja, nur Koreaner.
Ich mein, das ist ein wirklich seltsames Volk. Am Flughafen in Seoul habe ich das schon bemerkt, aber mehrere Stunden neben ihnen. Nunja!
Das schlimmste sind aber nicht mal die Leute, das Schlimmste ist das Essen! In Seoul haben sie am Imbissstand in foliegeschweißte, marinierte Quallen verkauft! Das hang da rum, wie bei uns Kaugummis. Das ist echt richtig eklig!!!
 Aber zurück zum Flug. Ich also zwischen diesen Koreanern eingeklemmt. Der direkt neben mir wollte sich auch noch die ganze Zeit unterhalten, was aufgrund seines etwas seltsamen Englischs wirklich anstrengend war! Und dann kam das Essen! Und „beef“ war alle, also musste ich wohl oder übel das Koreanische zumindest mal anschauen!!! Und da koreanisch essen gar nicht so einfach ist, gab es dazu auch eine Gebrauchsanweisung. Die hätte ich aber gar nicht gebraucht, da der nette Koreaner neben mir, mir das alles erklärt hat. Es gab also eine Schüssel voll seltsamen Gemüse, von dem ich nur die Gurken identifizieren konnte. Der Rest sah irgendwie…nunja…samenähnlich aus. Als wär das noch gar kein richtiges Gemüse. Sollte man erst einpflanzen und dann kann man darüber nachdenken, ob man DAS essen will.
 Dazu gab es eingeschweißten Reis und eine seltsame rote Soße („very hot“ wie man mich informierte). Ich nahm also gezwungener Maßen ein bisschen von dem Reis, vermischte es mit dem Gemüse und zu guter Letzt drückte ich ein bisschen Soße aus der Tube. Das war aber noch nicht alles, denn schneller als ich schauen konnte, hatte mein netter Nachbar mir auch noch meine Suppe geöffnet und mir nun demonstriert, wie man das isst! Also, den komischen Mischmasch auf den Löffel, dann in die Suppe tunken und essen. Ich wurde inzwischen von sämtlichen Asiaten im näheren Umfeld intensiv beobachtet und musste nun wohl oder übel das Zeug wenigstens probieren. Also, gesagt, getan. Boah, hätte ich mich doch lieber nicht nötigen lassen! Was war denn das für ne Suppe?! Ah, „Seaweed-Soup“, alles klar, danke. Okay, dann probieren wir das mal ohne den Algenblödsinn! Schmeckte leider immer noch nicht. Trotzdem versuchte ich es zu essen, wollte ja niemanden beleidigen. Zur Vorsorge bestellte ich mir erstmal eine Cola bei der Stewardess, zum Nachspülen!! Ich hab tatsächlich die Hälfte geschafft, dann habe ich den Reis, den ich vorsorglich noch nicht mit dem Zeug gemischt hatte, so gegessen.
Naja, das war aber leider noch nicht alles, denn es gab auch einen echten koreanischen Nachtisch! Ich wollte ihn erst ignorieren, aber der nette Koreaner war so nett und hat ihn mir gezeigt. Danke. Wirklich. Hat von euch schon mal jemand „Yaksik“ gegessen?! Das ist zusammengepresster, brauner Reis und zwischendrin hat man noch ERDNÜSSE und ROSINEN versteckt!!!!  Zwei Bissen gehen ja, aber dann wurde mir schlecht. Hab das dann unauffällig in meiner Tasche verschwinden lassen. 
  Naja, sonst war der Flug in Ordnung, ein paar Turbulenzen (ich war grad auf der Toilette, da blinkt plötzlich direkt neben mir in rot auf: „Please return immediately to your seat“ Die machen da wirklich Panik!), aber es ging alles glatt.

So, und als ich dann ankam, hab ich erstmal ausgepackt und bin dann schließlich nach Auckland rein. Leider war das Wetter grausam (Regen und Sturm), so dass ich nur zum McDonalds bin, was gegessen habe und nach ner kurzen, oberflächlichen Inspektion der Stadt wieder zurück bin, um erstmal sehr, sehr lange zu schlafen!!! Ja, bei mir ist jetzt schon Freitag, sind genau 12h Zeitverschiebung! Das kann ich mir wenigstens leicht merken.
Das Wetter scheint heute minimal besser, werde mich nachher also noch mal in die Innenstadt begeben und mir das mal in Ruhe ansehen.
 

Liebste Grüße vom anderen Ende der Welt,
laura

NACHTRAG: habe ein paar wenige Bilder hochgeladen, link findet ihr bei meinem ersten Eintrag ganz unten!

9.11.06 23:56


Zwischenstopp: Suedkorea

So, sitze nun hier in einem Internetcafe in Seoul und warte, dass in 6h mein Flieger geht.

Bisher lief doch alles ganz gut, hatte natuerlich gleich das Glueck, dass ich in die wunderbaren neuen Sicherheitsvorschriften, die seit vorgestern gelten, hinein gekommen bin. Durfte also einen tollen, durchsichtigen Plastikbeutel mit mir rumschleppen, da saemtliche Fluessigkeiten (so auch Deostick, Zahnpasta, Mascara...) im Handgepaeck nur mit diesen Beutelchen mitgenommen werden duerfen. aber ich bin ueber 30h unterwegs, da darf man sich ja wohl mal die Zaehneputzen!!!

 Flug war dann in Ordnung, hab in der Abflughalle gleich noch jemanden kennen gelernt, mit ihr und zwei weiteren lustigen Jungs sitze ich hier gerade rum.

So, da ich nur ne beschraenkte Verfuegungszeit habe und auch nur beschraenkte WONs (die tolle Waehrung hier^^), werde ich mich erst wieder aus Neuseeland ausfuehrlich melden!!!

 Viele Gruesse aus Korea,

 

laura

8.11.06 07:20


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