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Bauer sucht Frau

Hey!

So, hab endlich mal Zeit mich an meinen Laptop zu setzen und euch von den neuesten Ereignissen zu erzählen…

Nachdem ich also meine Nordinseltour beendet hatte, hab ich erstmal die Nacht in Auckland verbracht. Das war lustiger als erwartet, weil ich dort ganz nette Menschen getroffen habe und wir zwei Deutsche, die seit einem Jahr auf Weltreise sind, erklären mussten, was während der WM bei uns daheim abging. Naja, sie haben wohl eingesehen, dass sie jede Menge verpasst haben (spätestens als eine andere Deutsche voller Mitleid meinte: „Naja, aber Thailand war sicher auch ganz schön. ).

  Am nächsten Morgen hab ich mich dann in mein Auto gesetzt und bin losgezogen nach Taupo, wo ich eine Nacht verbringen wollte um am nächsten Tag nach Hastings weiterzuziehen.

Nachdem ich sieben Stunden später (nach einem Stau(!!!) und eineinhalb Stunde im Kreis fahren )  in Taupo ankam, wurde mir mitgeteilt, dass Taupo leider voll sei. Am nächsten Tag war Segelbootrennen oder so was, naja, und es gab keinen Platz mehr in Hostels. Hab dann ein Zimmer angeboten bekommen, das leider aber deutlich über meinem Budget lag.

Also, weitergefahren in die nächste „Stadt“, wo ich tatsächlich ein Bett bekam!

Soviel gibt es über das Hostel nicht zu erwähnen, außer dass ich abends mit Argentinier Fußball gespielt habe und ein neunjähriger, argentinischer Junge im Lahm-Trikot rumgerannt ist, der festen Überzeugung, dass wenn ein anderes Land sein Heimatland schlägt, sie die allerbesten sein müssen.

Achja und im Bad hatte die Lampe eine Zeitschaltuhr, was dazu führte, dass wenn man länger als drei Minuten duschte, das Licht plötzlich ausging…

Und dann schließlich am nächsten Morgen weiter nach Hastings, wo ich jetzt auch gerade bin.

Ich bin in einem „Arbeiterhostel“, das von einer Deutschen geführt wird und es ist echt ziemlich cool hier. „Arbeiterhostel“ in soweit, dass hier wirklich Arbeit vermittelt wird und auch eigentlich alle, die hier sind, arbeiten. Hastings liegt in Hawkes Bay, einem Weinanbaugebiet, aber es gibt hier auch genug Obstplantagen. Und da werden dann also die Reisenden hingeschickt… was dazu führt, dass wirklich fast das komplette Hostel um sechs Uhr morgens in der Küche anwesend ist und zur Arbeit geht. Ist echt ganz witzig.

Ich arbeite auf einem Weinberg, ist echt ganz lustig, mir macht der Job fast schon Spaß. Probleme sind eigentlich nur die Hitze, zerstochene Arme und dass meine Finger wohl nie wieder sauber werden. Mein einer Finger ist ganz schwarz und sieht ein bisschen aus wie abgestorben…hab ihn jetzt sicher schon zwanzigmal gewaschen, aber das geht einfach nicht weg! Naja, abgesehen davon ist der Job echt nicht schlecht, auch wenn ich jeden Morgen um sechs Uhr aufstehen darf und dann neun Stunden auf irgendeinem Feld Trauben pflücke oder Stämme reibe…

 Ich lebe hier in einem Viererzimmer, zusammen mit einem Berliner, einer Italienerin und einem Mädchen aus Hongkong. Ist etwas eng, aber da ich nur selten hier bin, ist das auch echt in Ordnung.

 Ein weiteres, kleines Problem ist das Telefon und der Internetzugang. Internet ist sehr, sehr langsam und kostet (für mich) viel Geld! Man zahlt hier pro viertel Stunde und ich bin dankbar, wenn ich in dieser Zeit meine Mails gelesen bekomme. Deshalb sorry an alle, denen ich nicht regelmäßig zurückschreib, aber deshalb melde ich mich jetzt hier. Das kann ich auf meinem Laptop tippen und dann einfach am andere PC hochladen. Denn selbst wenn ich mal länger wie ne viertel Stunde online will, steht meistens schon jemand anderes hinter mir und fragt, ob ich noch lange im Internet bleibe…

Das Telefon ist auch so eine Sache…ein Telefon und viele Europäer, die alle gegen neun Uhr abends oder neun Uhr morgens daheim anrufen wollen. Von acht bis zehn Uhr steht man da an. Man kommt sich vor wie beim Arzt, im Zimmer neben dem Telefon liegen netterweise auch Zeitschriften (ganz aktuelle News von 2005) aus und dann wartet man, bis man an der Reihe ist. Besonders frustrierend ist es dann, wenn man eine Stunde gewartet hat und dann daheim keiner abnimmt!!! Oder es besetzt ist…

 Ja, das treib ich also zurzeit, werde hier noch 5 ½ Wochen bleiben und dann krieg ich ja Besuch!!!!! Solange werd ich versuchen, soviel Geld wie möglich zu sparen (was mir nicht gaaaanz so einfach fällt ).

 Hastings als Stadt zum Leben ist in Ordnung. Ist eine kleine Stadt, aber hat sogar ein Kino, was hier echt was besonderes ist. Man kann es hier sicher sechs Wochen aushalten, wenn man was zu tun hat…

Dann wünsch ich euch mal alles Liebe, ich meld mich wieder, wenn es was Neues gibt!

2.2.07 08:08


Der liebe Alltag

So, von mir mal eine kurze Zwischenmeldung. Bin ja nach wie vor in Hastings, immer noch auf dem Weinfeld und ich muss sagen, es gefällt mir immer noch ganz gut. Job ist nicht wirklich anstrengend, auch wenn manchmal etwas langweilig, aber wofür gibt es denn Musik? Außerdem ist mein Chef echt in Ordnung, gestern kam er sogar die 200 Weinreben entlang gelaufen, um mir ein Eis zu bringen. Die Temperaturen werden und bleiben vor allem gerade sehr sommerlich, haben seit dieser Woche jeden Tag mind. 30°C. Es ist furchtbar heiß, aber lieber so als kalt und windig. Das hatten wir letzte Woche! Also, nicht mal Neuseeland bleibt vom Klimachaos verschont…
 Die Arbeit bietet einem viel Zeit zum Nachdenken oder Reden, was nach ein paar Stunden wirklich teilweise etwas komische Züge annimmt. Aber gut, ich meine, über was soll man sich auch acht Stunden täglich unterhalten?
Heute habe ich mich von diesen acht Stunden eine mit einem Iren unterhalten, der mir die ganze Stunde von meinem eigenen Land vorgeschwärmt hat. Das war auch mal sehr interessant, ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte. Ich finde Deutschland ja auch echt schön, aber er war total hin und weg. Sein Hauptargument war allerdings, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit Bier bekommt. Naja, wer interessiert sich schon für das Brandenburger Tor oder den Kölner Dom…
 
 Meine Tage hier vergehen eigentlich täglich gleich. Ich steh um viertel nach sechs auf, versuche ein Badezimmer zu ergattern und schließlich ein Platz am Tisch und fahr dann zur Arbeit. Nach ca. neun Stunden komme ich dann wieder zurück, geh meistens noch einkaufen und bin schließlich wieder im Hostel. Dort dann der Kampf um die einzig gute Dusche (warmes Wasser und ein starker Wasserstrahl!!!) und schließlich ein bisschen mit allen Leuten labern, Abendessen, rumsitzen (an ganz rastlosen Abenden: Monopoly oder neuseeländisches Kindertrivialpursuit spielen…mit tollen Fragen wie „Which is the English title of „Charlie und der Schokoladenfabrik“? ) und ab zehn ist das Hostel eigentlich wie ausgestorben. Nur sonntags geht ein bisschen was…naja, also, da kann man dann theoretisch schon ab dem Morgen Monopoly spielen…

 Letzten Sonntag hatten wir aber Glück, es war „Art-Deco“- Festival in Napier, was ca. 30km von Hastings weg ist. „Art-Deco“ nennen sie hier die Zeit in den 30ern, und es ist ein gaaaanz klein wenig wie Peter und Paul. Also, die ganze Stadt läuft in den Kleidern aus diesem Jahrzeit rum, überall stehen alte Autos und es spielen einige nette Bands. Das Wetter war gut und es war echt was los. Leider sind wir am Schluss fast verhungert, da McDonalds um halb vier sonntagmittags nicht geöffnet hat!!!

 Achja, ich lerne Kochen. Obwohl, Kochen ist wohl zu viel gesagt. Aber ich hab mir letzt selbst Kartoffelbrei gemacht (ohne Pulver, mit echten Kartoffeln!) und es hat sogar geschmeckt!!! Man kann sich hier aber auch sehr gut bekochen lassen, es gibt hier wirklich begabte und motivierte Menschen, die zum Beispiel auch Brot backen oder Pfannkuchen machen. Also, ich verhungere nicht!
 

 Ich lade mal ein paar Bilder wieder hoch, von meinem tollen Arbeitsplatz und auch meiner Arbeitsgruppe, von der leider der letzte gestern gegangen ist und ich deshalb gerade die Weinfelder allein bewirtschafte. Außerdem noch ein paar vom Festival am Wochenende:
http://fotocenter.aol.de/galleries/fruchtzwerg1504/

23.2.07 08:28





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