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Der liebe Alltag

So, von mir mal eine kurze Zwischenmeldung. Bin ja nach wie vor in Hastings, immer noch auf dem Weinfeld und ich muss sagen, es gefällt mir immer noch ganz gut. Job ist nicht wirklich anstrengend, auch wenn manchmal etwas langweilig, aber wofür gibt es denn Musik? Außerdem ist mein Chef echt in Ordnung, gestern kam er sogar die 200 Weinreben entlang gelaufen, um mir ein Eis zu bringen. Die Temperaturen werden und bleiben vor allem gerade sehr sommerlich, haben seit dieser Woche jeden Tag mind. 30°C. Es ist furchtbar heiß, aber lieber so als kalt und windig. Das hatten wir letzte Woche! Also, nicht mal Neuseeland bleibt vom Klimachaos verschont…
 Die Arbeit bietet einem viel Zeit zum Nachdenken oder Reden, was nach ein paar Stunden wirklich teilweise etwas komische Züge annimmt. Aber gut, ich meine, über was soll man sich auch acht Stunden täglich unterhalten?
Heute habe ich mich von diesen acht Stunden eine mit einem Iren unterhalten, der mir die ganze Stunde von meinem eigenen Land vorgeschwärmt hat. Das war auch mal sehr interessant, ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte. Ich finde Deutschland ja auch echt schön, aber er war total hin und weg. Sein Hauptargument war allerdings, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit Bier bekommt. Naja, wer interessiert sich schon für das Brandenburger Tor oder den Kölner Dom…
 
 Meine Tage hier vergehen eigentlich täglich gleich. Ich steh um viertel nach sechs auf, versuche ein Badezimmer zu ergattern und schließlich ein Platz am Tisch und fahr dann zur Arbeit. Nach ca. neun Stunden komme ich dann wieder zurück, geh meistens noch einkaufen und bin schließlich wieder im Hostel. Dort dann der Kampf um die einzig gute Dusche (warmes Wasser und ein starker Wasserstrahl!!!) und schließlich ein bisschen mit allen Leuten labern, Abendessen, rumsitzen (an ganz rastlosen Abenden: Monopoly oder neuseeländisches Kindertrivialpursuit spielen…mit tollen Fragen wie „Which is the English title of „Charlie und der Schokoladenfabrik“? ) und ab zehn ist das Hostel eigentlich wie ausgestorben. Nur sonntags geht ein bisschen was…naja, also, da kann man dann theoretisch schon ab dem Morgen Monopoly spielen…

 Letzten Sonntag hatten wir aber Glück, es war „Art-Deco“- Festival in Napier, was ca. 30km von Hastings weg ist. „Art-Deco“ nennen sie hier die Zeit in den 30ern, und es ist ein gaaaanz klein wenig wie Peter und Paul. Also, die ganze Stadt läuft in den Kleidern aus diesem Jahrzeit rum, überall stehen alte Autos und es spielen einige nette Bands. Das Wetter war gut und es war echt was los. Leider sind wir am Schluss fast verhungert, da McDonalds um halb vier sonntagmittags nicht geöffnet hat!!!

 Achja, ich lerne Kochen. Obwohl, Kochen ist wohl zu viel gesagt. Aber ich hab mir letzt selbst Kartoffelbrei gemacht (ohne Pulver, mit echten Kartoffeln!) und es hat sogar geschmeckt!!! Man kann sich hier aber auch sehr gut bekochen lassen, es gibt hier wirklich begabte und motivierte Menschen, die zum Beispiel auch Brot backen oder Pfannkuchen machen. Also, ich verhungere nicht!
 

 Ich lade mal ein paar Bilder wieder hoch, von meinem tollen Arbeitsplatz und auch meiner Arbeitsgruppe, von der leider der letzte gestern gegangen ist und ich deshalb gerade die Weinfelder allein bewirtschafte. Außerdem noch ein paar vom Festival am Wochenende:
http://fotocenter.aol.de/galleries/fruchtzwerg1504/

23.2.07 08:28
 


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