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erste Eindrücke

So, jetzt bin ich seit vier Tagen hier in Auckland und ich denke, da darf man schon mal sein erstes Resümee ziehen. In diesen vier Tage habe ich schon viel erlebt, viele Leute getroffen und auch schon einiges von Neuseeland gelernt. Aber mal von vorne.

 Ich denke, das erste was man erkennt, wenn man hier ist, ist die Mentalität dieser Menschen. Neuseeländer haben es nicht eilig. Nie. Alles gemütlich. Bloß keinen Stress. Wir haben ja Zeit.
 Das durfte ich als erstes direkt beim Einchecken erleben. Jetzt stellt man sich mal vor, dass ich vor der Rezeption stehe, mit meinem schweren Rucksack auf und noch diverses Handgepäck in den Händen und warte, dass man mir meinen Schlüssel gibt und mir den Weg zum Zimmer zeigt. In Deutschland eine Sache von höchstens 10min. Nicht so hier.
 Nach 10min hatte er gerade mal meine Reservierung in seinem Computer gefunden, jetzt musste ich aber noch meinen Reisepass zeigen, der dann noch ca. 5mal aus welchem Grund auch immer in aller Seelenruhe kopiert wurde, bevor mein freundlicher Mann von der Rezeption aus einem nicht offensichtlichen Grund in seinem Büro verschwand um da die nächste Zeit zu verbringen. Gedanklich war ich nun die ganze Zeit hin- und hergerissen: Setz ich den Rucksack ab? Aber nein, das kann ja nicht mehr so lange dauern.  Es dauerte dann ja auch nur noch knapp eine halbe Stunde, bis er mir meinen Zimmerschlüssel gab und mir den Weg erklärte, um dann zu beschließen, dass er doch selbst mitkommen könnte, woraufhin ich dann noch mal warten konnte, bis er hinter der Empfangstheke hervorkam.
 Ich hatte immer noch meinen Rucksack auf. Immer noch mein Gepäck in der Hand. Und hatte in den letzten 48h nur höchsten 2h geschlafen und das sehr unbequem. Aber wir hatten ja Zeit.
 Also, endlich angekommen im 15. Stock, wo mein Zimmer liegt, als er auch schon die Tür aufgesperrt hatte und wir schließlich im Wohnbereich ankamen. Dazu sollte ich jetzt vielleicht kurz erklären, dass ich in einer Art Appartement lebe; heißt: Es gibt eine Küche, zwei Badezimmer und ein kleiner Wohnbereich von dem aus man in die verschiedenen, einzelnen Zimmer gelangt. Wir standen nun im Wohnbereich, als meinem Freund von der Rezeption auffiel, dass er für mein eigentliches Zimmer gar keinen Schlüssel mitgenommen hatte. Ich sollte mich doch einfach mal hier hin setzen, er schickt demnächst dann jemanden hoch. Demnächst? Irgendwie machte mir das Angst. Demnächst konnte hier viel heißen…aber er kam tatsächlich 10min später wieder und überreichte mir meinen Schlüssel.
  Das nächste Erlebnis mit der neuseeländischen Gemütlichkeit machte ich noch am gleichen Tag, als ich fragte, wie ich denn Internet in mein Zimmer bekommen könnte und er mir antwortet, dass ich das hier beantragen musste. Gut, wollte ich dann auch machen. „Now?“ Ja, jetzt. Warum denn nicht? Ich war ja schon mal hier unten und eigentlich aus dem Grund, dass ich jetzt gerne ins Internet gehen würde. Oh, das war aber jetzt ganz ungelegen, ich sollte später wieder kommen. Okay, ich kam 20min später wieder. Da bekam ich dann erst mal ein Formular, das ich „in aller Ruhe“ ausfüllen sollte. Hätte er mir ja nicht zuvor schon geben können… Also, hab ich das in aller Ruhe und sofort ausgefüllt und ihm gleich wieder überreicht. Und tatsächlich konnte ich ne viertel Stunde später ins Internet!
 Auch gestern hatte ich ein schönes Erlebnis mit diesem Empfangsherren, als ich mich aus Versehen aus meinem Zimmer ausgeschlossen hatte. Ich wollte nur kurz auf die Toilette und irgendwie hat sich dabei meine Zimmertür selbst verriegelt (hab inzwischen auch den Trick raus, wann sie das tut und wann nicht!). Ich trug wirklich nur meinen Schlafanzug und musste so runter an die Rezeption, wo ich mein Problem darlegte und fragte, ob mir jemand aufschließen könnte. Und was sagt der Mann zu mir: „Oh, I really have no time now.“ Ähm, hallo? Ich steh hier unten, im Schlafanzug, ohne Schuhe oder Socken und er meint wirklich, es gäbe etwas wichtigeres, als mich in mein Zimmer wieder zu lassen.
 Naja, er hat mir dann schließlich seinen Schlüssel überlassen. Sehr nett, danke.
Nunja, ich bin inzwischen wohl an der Rezeption wohl bekannt, aber gut. Wir müssen uns wohl irgendwie arrangieren, ich hab hier noch vor 4 Wochen zu wohnen!
 

 Das nächste was auffällt, wenn man schließlich durch Aucklands Straßen läuft, sind die vielen unterschiedlichen Menschen. Es gibt hier wirklich alles. Europäer, Asiaten, Amerikaner, Afrikaner…alles. Man merkt sofort, dass Neuseeland für viele ein neuer Abschnitt ist oder einfach eine Zuflucht; eine Art „Selbstfindungs“-Land. Das merkt man auch, wenn man sich mit den Leuten unterhält, fragt, warum sie hier her sind. Ich habe jetzt schon einige getroffen und es sind immer wieder interessante Schicksale.
 Schon am Frankfurter Flughafen habe ich eine kennen gelernt, die mir ihrem Job einfach nicht mehr zufrieden war, nicht wusste, ob es das wirklich war, was sie für immer machen wollte. Sie kündigte ihren Job, ihre Wohnung und ist schließlich hier her.
Dann lernte ich einen schwäbischen Deutschtürken kennen, der ebenso seinen Job gekündigt hat, seine Wohnung verkauft, sein Motorrad, sein Auto und jetzt hier her geflogen ist, um einfach darüber nach zu denken, was denn wichtig ist.
 Erst im Flugzeug traf ich auf jemanden, die erst seit drei Wochen wusste, dass sie nach Neuseeland fliegen würde. Nachdem sie keinen Job gefunden hatte, hatte sie beschlossen einfach ihre Freundin zu begleiten. Sie hatte noch nicht mal ein bestätigtes Visum, aber das ist in Neuseeland sowieso kein Problem.
 Und auch gestern traf ich jemanden, der keinen Job gefunden hatte, schließlich sein restliches Geld zusammengekratzt hatte, seine Freundin verlassen und hier her geflogen ist.
 Alles Menschen, die noch nicht wirklich wissen, was sie aus ihrem Leben machen sollen. Und Neuseeland bietet da plötzlich ganz neue Perspektiven. Hier verlangt niemand ein geplantes, strukturiertes Leben, hier hat man Zeit und Ruhe und vor allem mal Abstand von allem. Und man trifft Leute, denen es ähnlich geht. 
 

Auckland als Stadt ist wundervoll, wenn auch gewöhnungsbedürftig und anstrengend. Es gibt in Neuseeland keine Ladenschlusszeiten, auch wenn sonntags nur wenige offen haben und auch samstags die meisten Läden gegen fünf Uhr schließen. Trotzdem kann man auch noch nachts in den Supermarkt, wenn man will. Die Supermärkte in der Innenstadt haben alle 24 geöffnet, sieben Tage die Woche. Sie sind ziemlich klein, bieten aber alles was man braucht. Auffällig ist aber, dass keiner irgendeine Art von Alkohol verkauft. Dazu muss man zu dem großen Supermarkt ( „Foodtown" )laufen, der wenigstens Wein, Bier und Sekt hat. Der hat aber auch 24h geöffnet.
 Ansonsten bekommt man in Auckland alles. Diese Stadt ist ein wahres Einkaufsparadies, überall Passagen, Hochhäuser vollgestopft mit wunderbaren Läden. Auffällig ist, dass sich in jeder dieser Passagen oder dieser Einkaufshäuser im untersten Stock ein sogenannter „Foodcourt“ befindet, wo diverse Cafés und Restaurants untergebracht sind. Essen kann man hier sowieso alles immer und überall.
 

 Neuseeländer sind sehr offen und freundlich. Das ist mir zum Beispiel richt in der Bank aufgefallen (wo ich auch erstmal 20min warten konnte, bis ich erfahren habe, dass ich Reisepass und Perso brauch, um ein Konto zu eröffnen à das war meine allererste Frage!! Dafür habe ich aber nen Kaffee bekommen...). Die Bankangestellten hier tragen ebenfalls Namensschilder wie auch bei uns, allerdings stehen darauf ihre Vornamen. Mein Bankfachmann hieß zum Beispiel „Danny“.
 Was auch sehr ungewöhnlich ist, ist diese wahnsinnige Freundlichkeit, die mich manchmal doch verwirrt. Vorhin erst wollte ich mir nur im Supermarkt eine Flasche Cola kaufen. Beim Bezahlen wurde ich dann gefragt, wie es mir geht. Da war ich erst mal zu verwirrt, um eine ordentliche Antwort hin zu bekommen. Wer rechnet denn auch mit so etwas?!
 

 Auckland hat außer seiner riesigen Innenstadt mit Hochhäusern, Einkaufspassagen usw. auch einen Strand, den man erstmal finden muss. Ein paar andere Backpackers und ich wollten gestern gebührend den Karnevalsbeginn einläuten, passend nach deutscher Zeit um 11:11 Uhr und da wir ja in Neuseeland sind, wollte wir das am Strand tun. Wir sind ca. eine Stunde gelaufen. Und dann kamen wir an einen etwas felsigen Abhang und darunter war Wasser. Gut, wir Deutschen geben uns damit durch aus zufrieden, die drei Iren, die wir dabei hatten, fanden das aber nicht so prickelnd. Wir sind dann auch nur 2h geblieben, da es auch irgendwann ziemlich frisch wurde. So sind wir weiter in irgendeine Kneipe gezogen, um den Abend nett ausklingen zu lassen.

 Achja, auch wenn es mir niemand glaubt, im neuseeländischen Fernsehen kam letztens Bundesliga!!! War total platt und hab mir eine nette Reportage über den Scout von Wolfsburg angeschaut. Kommt jeden Donnerstag, wie ich herausgefunden habe. Sehr schön. So lange ich noch einen Fernseher habe, bin ich davon total begeistert.
 Hab neue Bilder hochgeladen:

http://fotocenter.aol.de/galleries/fruchtzwerg1504/
 

Euch dann mal einen schönen Sonntag,
liebe Grüße,
laura

12.11.06 05:35
 


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