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Minima van Uropi

Ich schon wieder! Aber es gibt viel zu erzählen. Für die, die es noch nicht wissen, ich werde Anfang Januar eine dreiwöchige Reise über die Nordinsel Neuseelands machen, zusammen mit Marc, einem Holländer den ich hier kennengelernt habe. Dazu brauchen wir natürlich ein Auto und was soll ich sagen? Wir haben heute eins gekauft! Es war nicht so spontan, wie es vielleicht rüberkommt, weil wir vorhatten eines zu kaufen, aber es war doch…nunja, es ging im Endeffekt doch ziemlich schnell. 

Wir haben uns heute Morgen getroffen und sind dann in ein Autoauktionshaus gefahren. Dort haben wir uns angemeldet und eine Nummer bekommen, bevor wir mit dem Katalog rumzogen und uns die Autos, die in unsere Preisklasse fielen, anschauten. Es gab einige, aber manche hatten ziemlich offensichtliche Mängel, doch blieben immer noch genug übrig und so begaben wir uns schließlich zur Auktion, wo die Autos vorgefahren wurden und man schließlich durch Handzeichen oder heben der Nummer mitbieten konnte.

Es war sehr lustig, richtig wie man sich eine Auktion vorstellt. Ein Mann mit Hammer pries das Auto an, und wartete dann auf Angebote, die er in einer Tour wiederholte, bis sich endlich jemand erbarmte, mehr zu bieten, was das ganze Auktionsteam immer zu einem neuen Freudenschrei veranlasste. Das „Anbieten“ („one mille, one mille, one mille…is there more? 1050! 1050...1050..." ) erinnerte ein Wenig an die stark verzerrten Stimmen bei den Karussellen auf em Peter und Paul-Rummel. Aber es war im Allgemeinen sehr unterhaltsam! Man durfte nur keine unvorsichtige Handbewegung machen, sonst wurde man schon als potenzieller Käufer betitelt…

Die ersten paar, für die wir mitsteigerten, bekamen wir leider nicht, da wir uns ein Limit gesetzt hatten, ab dem wir nicht mehr mitboten. Aber schließlich klappte es bei einem weißen Toyota Corona (nach viel Zittern!!!) und wir unterschrieben noch kurz den Kaufvertrag, ich wurde als neuer Besitzer eingetragen, Übergabe des Schlüssels und…es konnte losgehen. Eigentlich.

Denn wir hatten uns, gegen meine Freude, einen Automatikwagen gekauft. Aber hier gibt es wirklich kaum Schaltwagen, und wir hatten am Ende gesagt, wir nehmen, was wir für das Geld bekommen.

Okay, aber es ändert nichts daran, dass ich noch nie in meinem Leben einen Automatik gefahren habe und mancher möge jetzt sagen, dass sei ja ganz einfach, aber wenn man wirklich KEINE Ahnung hat, und da sehr viele Buchstaben neben dem Schalthebel stehen, ist das nicht ganz so einfach. Aber gut, nach ein paar Versuchen bekamen wir schließlich auch das Auto in Gang und es konnte losgehen! Raus auf die Straße und zur nächsten Herausforderung. Links blinken…wo ist der Blinker?! Nicht da, wo er in meinem Auto ist, da ist der Scheibenwischer!!! Okay, also Scheiben gewischt und schließlich Blinker auf der anderen Seite gefunden und jetzt wurde es wirklich spannend…wohin muss ich? Die Leute fuhren hier ja auf der falschen Seite…aber auch dieses Problem wurde gelöst und ich befand mich das erste Mal als aktiver Teilnehmer auf neuseeländischen Straßen. Und es war toll endlich mal wieder Auto zu fahren. Erstmal tanken, was eine richtige Freude war…ein Liter Benzin NZ$ 1,44, was ca. 80cent(!!) entspricht.

 Wir sind dann wieder Richtung Auckland und haben einen Kassettenadapter für unser Auto gekauft (ja, es hat sogar einen Kassettenrekorder!!!), an dem man Laptop oder unsere MP3-Player anschließen kann. Und der Sound ist sogar ganz gut.

Dann haben wir uns noch einen tollen Christbaum gekauft, den wir hinten auf die Ablage gestellt haben (wir kamen einfach nicht dran vorbei!) und das Auto war bereit zur Taufe. Es waren längere Diskussionen bis wir das Auto schließlich auf den wunderschönen Namen „Minima van Uropi“ einigen konnte.

Und dann ging es los zu unserem „Probetrip“. Wir beschlossen nach Waiwera zu fahren, einem schönen Strand ca. 70km von Auckland entfernt.

Da kam schon die nächste Herausforderung, Fahren auf dem „Highway“. Man sollte dazu sagen, dass die Neuseeländer nicht allzu viele Highways haben und dementsprechend auch kaum Regeln, was für mich als Deutsche seltsam ist. Die Highways sind meistens dreispurig und es darf generell ÜBERALL überholt werden! Rechts, links, Mitte, wo gerade Platz ist. Naja, das ist total gewöhnungsbedürftig und auch leicht nervig, aber schon nach wenigen Minuten kam etwas, was mir aus Deutschland dann doch ziemlich bekannt war: ein Stau! Wir standen eine Weile und irgendwann ging es tatsächlich weiter, doch da mussten wir leider schon vom Highway runter. Und zur nächsten neuen Erfahrung: Die Straßen außerhalb sind generell nicht gefestigt. Es war total seltsam und am Anfang auch richtig anstrengend, weil ich mit neuem Auto auf irgendwelchen „Schotterwegen“ war nicht so einfach. Aber man gewöhnt sich dran und es war dann richtig schön hier zu fahren. Weit und breit eigentlich nichts! Also, nichts außer Pflanzen, manchmal ein paar lange Weiden mit Schafen oder Rindern und ab und zu stand ein altes Haus oder ein Bauernhof. Aber das war es. Und schließlich kamen wir am Strand an und es war herrlich dort: Wasser soweit das Auge reicht, Muscheln, Wälder und Berge. Wow. Das ist Neuseeland wie ich es mir vorgestellt habe.

 Naja, und dann sind wir schließlich wieder über Schotterwege und Higways zurückgefahren, haben das Auto etwas außerhalb bei Marcs Gastfamilie vor der Haustür abgestellt und ich bin mit dem Bus heimgefahren. Ich freu mich jetzt schon richtig auf unsere Tour und unser Auto ist zwar nicht mehr das Neuste, aber nach dieser Probefahrt scheint eigentlich alles zu funktionieren. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das nun alles gut geht und kann es kaum mehr erwarten aus Auckland rauszukommen!

Bilder: http://fotocenter.aol.de/galleries/fruchtzwerg1504

Ich wünsche euch eine schöne, stressfreie letzte Adventswoche!

Laura (Autobesitzerin!)
20.12.06 11:10
 


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